Eröffnung Internetcafé Power Point
Projekt mit Vorbildcharakter
Ansprache Edith Olibet, Gemeinderätin, Sozialdirektorin der Stadt Bern

Edith Olibet - Eröffnung Internetcafé Power-Point
Edith Olibet – Eröffnung Internetcafé Power-Point

 

Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Thomas
Sehr geehrte Damen und Herren

Es gilt das gesprochene Wort!

Ich freue mich sehr bei der offiziellen Eröffnungsfeier einige Worte an Sie richten zu dürfen. Herzlichen Dank für die Einladung.

Heute ist aus zwei Gründen ein denkwürdiger Tag:

Zum ersten Grund: Heute, am 1. April 2011 tritt das revidierte AVIG in Kraft und auf einen Schlag werden allein in der Stadt Bern 263 Personen ausgesteuert. Die Folge davon: Die Arbeitslosenstatistik wird sinkende Zahlen zeigen. Toll oder? Nein, eben nicht – im Gegenteil.

Die sinkenden Zahlen in der Arbeitslosenstatistik sind eine Vorspiegelung falscher Tatsachen; denn das bedeutet leider nicht, dass die Zahl der Arbeitslosen tatsächlich zurückgeht. Es bedeutet nicht, dass die betroffenen Menschen wieder Zutritt zum Arbeitsmarkt haben. Es heisst einzig und allein, dass die Menschen ohne Erwerbsarbeit zum grössten Teil in ein anderes Sozialsystem verschoben werden.

Sie wissen es: Die Stadt Bern hat sich mehrfach und vehement gegen diesen Etikettenschwindel auf dem Buckel der Arbeitslosen und gegen die damit verbundene Kostenverlagerung gewehrt. Sie hat vor den Folgen der Verschlechterung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung immer wieder gewarnt. Sie hat die negativen und kontraproduktiven Folgen, insbesondere für die betroffenen Jugendlichen, Jungen Erwachsenen, Männer und Frauen, bei den verschiedensten Gelegenheiten immer wieder gewarnt. Genützt hat es leider nichts.

Mein Fazit: Ja, der 1. April 2011 ist wirklich ein denkwürdiger Tag im negativen Sinne und das revidierte AVIG leider kein Aprilscherz.

Ich komme zum zweiten Grund, weshalb der 1. April 2011 ein denkwürdiger Tag ist. Diesmal auf einen erfreulichen, nämlich auf die Eröffnung des Internetcafes. Ich gratuliere allen ganz herzlich zu diesem Projekt und hoffe sehr, dass Sie die Ziele, die Sie sich gesetzt haben, erreichen werden.

Erlauben Sie mir, Sie hier zu nennen:

  1. Das Internetcafé Power Point soll zu einem Treffpunkt für Internet interessierte Arbeitslose und Armutsbetroffene werden, damit der Zugang zu Online-Informationen für jedermann gewährleistet ist.
  2. Das Internetcafé Power Point soll einen wichtigen Beitrag zur Integration und Bildung von Arbeitslosen und Armutsbetroffenen leisten.
  3. Durch niederschwelligen Support in den Bereichen Internet, Korrespondenzführung und Administration mit Sozialämtern/Sozialversicherungen soll Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.
    Diese Ziele überzeugen. Sie überzeugen mich sehr. Sie zeigen, dass die Monbijoustrasse 16 ein neuer Power Point in der Stadt Bern sein wird. Der Name ist überaus zutreffen, der Name ist gleichzeitig Programm.

Liebe Projektmacher und –macherinnen

Sie haben als Direktbetroffene selber das Heft in die Hand genommen und ein Projekt mit Vorbildcharakter gestartet. Dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich. Sie verschliessen nicht einfach die Augen vor der Wirklichkeit. Sie helfen armutsbetroffenen Menschen, damit sie im besten ihre Existenz wieder aus eigener Kraft sichern können. Solche beste Fälle wünsche ich Ihnen, wünsche ich mir zu Hunderten.

Sie machen aber noch mehr. Sie unterstützen uns bei der Umsetzung der städtischen Strategie zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration in der Stadt Bern 2010 – 2013, insbesondere bei der Umsetzung der Massnahme „Selbsthilfe“. Ihr Motto heisst: Worte und Taten. Merci vielmals für diesen Power, für Ihren Power im Power Point.

Geschätzte Anwesende

Armut verhindern, sie erst gar nicht entstehen zu lassen, ist eine der vornehmsten und wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft, von jedem Einzelnen an seinem oder ihrem Platz. Armut bekämpfen ist eine Verantwortung, die wir alle haben und die wir alle wahrnehmen müssen.
Ich komme zum Schluss:

In unserer Bundesverfassung steht: Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.
Dieser Satz, der nicht genug gesagt werden kann, ist mir sehr wichtig. Ich setze mich mit aller Kraft dafür ein, dass dieser Satz in die Realität umgesetzt wird – gestern, heute und morgen. Und ich weiss, dass Sie sich ebenfalls dafür einsetzen und mich in meiner politischen Arbeit dabei unterstützen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und grosse Unterstützung mit Ihrem Internetcafé, viel Power mit Ihrem Power Point.

Ansprache von Edith Olibet, Gemeinderätin, Sozialdirektorin der Stadt Bern anlässlich der Eröffnung des Internetcafé Power-Point am 1. April 2011.

KABBA

KABBA
KABBA «Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen»